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Geschichte der ehemaligen Eisenbahnstrecke " Waldheim < über Hartha--- über Gerinfswalde > Rochlitz "

Datum: 10.12.2014     Grafik von Heiko Stets

Gleich zwei Interessenten wollen Harthaer Bahnhof kaufen

Verwaltungsausschuss und Stadtrat befassen sich mit Konzepten der möglichen Käufer


Hartha. Ist es nun das Filetstück oder doch nur eine alte Bude, die mit hohem Aufwand saniert werden muss? Mit dieser Frage setzen sich zur Zeit die Harthaer Stadträte auseinander, wenn es um den Verkauf des Harthaer Bahnhofes geht. Oder Besser gesagt, was davon übrig ist. Mittlerweile gibt es zwei Interessenten. Zum einen will ein bahnverrückter Mittweidaer das Gebäude erwerben. Der will dort wohnen und den Bahnhof so weit es geht wieder herrichten. Zudem signalisierte ein Jugendverein, dass er den Bahnhof übernehmen will, um dort ein Jugendzentrum samt Künstlercafé aufzubauen. Wie Bürgermeister Gerald Herbst (CDU) gestern auf Nachfrage erklärte, müsse jetzt im Verwaltungsausschuss über die einzelnen Konzepte intensiv gesprochen werden. Erst dann könne der Stadtrat den Grundsatzbeschluss fällen: Verkauf ja oder nein.
Bis dahin müsse die Kommune allerdings noch einige Hausaufgaben erledigen. "Wir müssen noch ein Wertgutachten vorlegen", sagte Herbst. Das sei beauftragt, liege der Verwaltung aber noch nicht vor. "Wir wissen also auch noch gar nicht, was das Gebäude wert ist", so Herbst. Und darüber scheinen die Meinungen auseinander zu gehen. "Einige sagen ja, dass der Bahnhof das Filetstück der gesamten Bahnstrecke ist", erklärte Herbst, wobei er dies nicht so richtig nachvollziehen kann. Wenn es tatsächlich so wäre, würden doch die Investoren, die das Gebäude haben wollen, Schlange stehen. "Bei mir ist das jedenfalls nicht so", sagte Harthas Bürgermeister. Wie Bauamtsleiter Ronald Fischer erklärte, haben sich Mitglieder des Technischen Ausschusses bereits ein Bild im Gebäude gemacht und gesehen, in welchem Zustand das Haus ist. Wie bereits mehrfach berichtet, brannte es bereits im Gebäude. Außerdem hatten sich Kupferdiebe dort schon reichlich bedient und zahlreiche verwertbare Leitungen aus dem Haus herausgerissen und zu Geld gemacht. Herbst selber geht davon aus, dass ein hoher sechsstelliger Betrag nötig wäre, um das Haus, das seit Jahren nicht mehr genutzt wird, wieder in Schuss zu bringen. "Bis 1995 war der Bahnhof noch in Betrieb", teilte Ronald Fischer mit. Danach wurde die Bahnstrecke, die von Waldheim über Hartha bis nach Rochlitz führt, still gelegt. Mittlerweile existieren Pläne, auf der alten Strecke einen Radweg einzurichten. Die Kommune wird das Gelände übernehmen und dazu gehört auch der Bahnhof. Lediglich die einst florierende Gaststätte Pünktchen gehört nicht dazu. Auch die angrenzende Gartengruppe Reichsbahner schaut neugierig auf den möglichen Bahnhofverkauf. Denn am Gebäude ist der Stromanschluss für die Kleingärtner verankert. Der müsste im Falle eines Verkaufes abgetrennt werden.
"Ich kann noch nicht sagen, was aus dem Bahnhof wird. Letztlich muss der Stadtrat entscheiden", so Herbst. In diesem Zusammenhang muss er auch hinterfragen, wie der neue Verein den Kauf und die Sanierung des Gebäudes finanzieren will. Denn mit dem Austausch von ein paar Holzbalken im Dachstuhl sei es nicht getan. Wenn der Bahnhof öffentlich zugänglich sein soll, müssen strenge gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Die Auflagen dafür seien enorm hoch. Eines ist aber jetzt schon sicher: "Wir als Stadt wollen das Gebäude auf keinen Fall übernehmen", untermauerte Bürgermeister Herbst.

Seit fast 20 Jahren steht der Harthaer Bahnhof leer. Seitdem die Strecke stillgelegt wurde, wird das Gebäude nicht mehr gebraucht.

Foto (Archiv): Sven Bartsch



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